MenuKreisgruppe Bad KissingenBUND Naturschutz in Bayern e. V.

HORTUS Aphrodite - 3-Zonen-Naturgarten für Schönheit, Vielfalt, Nutzen (April 2020, Th. Weimar)

Im Rahmen des vom bayerischen Naturschutzfonds geförderten BN-Umweltbildungsprojektes „Unser Essen – Unser Klima - Das interessiert mich echt die Bohne“ stellen wir den Garten von Thomas und Jutta Weimar vor. Hier fand innerhalb von drei Jahren eine Umwandlung von einer klassischen Fettwiese in einen artenreichen Drei-Zonen-Garten statt.
Vom Totholzkeller für Käfer, Steinpyramiden, Trocken- sowie Dachziegelmauer bis zum Sinnesfußpfad konnte man sich viele Anregungen holen. Bei dem keyhole-Beet zum Beispiel sitzt der Komposthaufen in der Mitte und die Gemüsepflanzen außen herum, holen sich dort die benötigten Nährstoffe. Einheimische Pflanzen und Wildsträucher sind nicht nur bessere Nahrungspflanzen für Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge, sie schonen auch den Geldbeutel. Dass nicht nur der Nutzen für Mensch und Tier für das Ehepaar Weimar im Vordergrund steht, sondern auch die Ästhetik und das Genießen zeigte sich in vielen liebevollen Details: träumerische Figuren, spielerisch arrangierte ehemalige Gebrauchsgegenstände wie Hut und Gummistiefel. „Wir tun was für die Artenvielfalt und sparen uns auch viel Arbeit. Auf den Magerflächen mit heimischen Wildpflanzen spart man sich viel Arbeit etwa das häufige Rasenmähen;“ freut sich Gartengenießerin Jutta Weimar.

Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten – gut für Klima, Leib und Seele Kompost, Mulchschichten und klimaangepasste Sorten helfen gegen Trockenheit und Hitze (April 2020)

Für viele ist jetzt eine schwierige Zeit mit eingeschränkten Kontakten zu Freunden, Familie und Nachbarn. Der eigene Garten wird dabei noch mehr ein Ort, an dem man sich sinnvoll beschäftigen, aktiv tätig sein und auch Ruhe und Abstand vom Alltag finden kann. Da rückt ein Selbstversorgergarten als Nahrungslieferant für selbst gezogenes Gemüse und Obst verstärkt ins Augenmerk. Aber in Zeiten der Klimaerwärmung mit zunehmender Trockenheit kann bei Neulingen schnell die Ernüchterung im Garten kommen. Hier will der Bund Naturschutz Tipps geben und positive Beispiele vorstellen. Dazu befragt er nun Experten für umweltschonendes Gärtnern. Seit vielen Jahren versucht Norbert Schmäling in seinem Garten in Oberthulba sich möglichst nachhaltig das ganze Jahr über selbst zu versorgen. Ob im kleinen Kaltgewächshaus, im geschützten Freiland oder aber in den großen Beetflächen – überall fängt es zu grünen an. Jetzt im trockenen April geht alles noch etwas gebremst, aber im Freiland trotzt schon einiges den kühlen Nachttemperaturen. So spitzt unter dicken Mulchschichten Spargel aus der Erde. Im Heubett stehen bereits Rüben, Salat, Kartoffeln und Kohlrabi. Schmäling ist stolz auf seine Vielfalt an Gemüsesorten. So kann er als Permakulturgärtner ganz ohne Plastikplanen grünen, lilafarbenen und weißen Spargel aus eigenem Anbau ernten. Mindestens 10 Sorten an Bohnen und 7 Sorten an Spätkraut plant Schmäling anzubauen. Die Puffbohne ist schon seit Februar angesät. Erbsen sind demnächst an der Reihe. „Mit Hülsenfrüchte haben sich die Menschen in unserer Region schon seit dem Sesshaftwerden ernährt. Sie sind aber etwas aus der Mode gekommen,“ so der Gartenliebhaber, „Aber da sie an den Wurzeln Stickstoff produzieren, sind sie sehr wichtig für einen gesunden, ertragreichen Garten.“ Vor rund 500 Jahren kamen zu unseren Hülsenfrüchten noch die mittelamerikanischen Bohnen hinzu. Neben der Gartenbohne war die Feuerbohne ein wesentliches Element der Ernährung der ländlichen Bevölkerung – und dies noch bisvor circa 30 Jahren. Momentan geht der Anbau der Feuerbohnen stark zurück. „Stangenbohnen sind dabei, im Landkreis auszusterben“ beklagt Schmäling.
Weiterhin  hat er auch noch Lagergemüse wie Rote Beete, Rettich und Möhren vom vergangenen Jahr zur Verfügung. Dies lagert in einem kühlen und frostsicheren Schacht, einer Erdmiete. Der Garten ist umrahmt von Komposthaufen. Nachbarn liefern zusätzlichen Rasenschnitt für die Abdeckung der Hügelbeete als Mulchschicht. Schmäling erzeugt auch selber Pflanzenkohle, durch die der Boden aktiviert, die Gesundheit und Wuchsfreudigkeit von Pflanzen gefördert und das Wasserspeichervermögen verbessert wird. Es bildet sich allmählich schwarzer, fruchtbarer Dauerhumus; eben Terra Preta. Das hilft dem Gemüsegarten im Klimastress. Für Feuerbohnen wird es hier bei uns allmählich zu heiß, denn bei Temperaturen über 30 Grad Celsius werfen die Pflanzen ihre Blüten ab. Daher sucht Schmäling eine Versuchsfläche in der Rhön, die über 800 Höhenmeter liegt. Damit er dort aus den Feuerbohnen, hitzetolerante Pflanzen selektieren kann. Denn der  begeisterte Gärtner zieht als Selbstversorger viele seiner Sorten selbst nach. 
Mit den Prinzipien der Permakultur sieht er eine Chance, den immer extremeren Bedingungen zu trotzen. Er versucht trotz zunehmender Trockenheit den Wassereinsatz minimal zu halten. Das Geheimnis für höhere Fruchtbarkeit im Garten ist konsequentes Mulchen, der Aufbau von Kompost und von Hügelbeeten, Mischkultur und der Anbau von resistenten Sorten.
Zum Thema nachhaltiges Gärtnern und ökologische Landwirtschaft waren vom Bund Naturschutz etliche Veranstaltungen geplant. Hierzu werden nun verstärkt Berichte aus der Praxis in der Presse und auf der Homepage erscheinen.
Für August verspricht Schmäling eine Führung durch den Garten, falls das möglich ist. Hierzu wird es rechtzeitig eine Ankündigung geben. Weitere Infos zu dem vom bayerischen Umweltministerium geförderten Projektes „Das interessiert mich echt die Bohne mit Infos zu Anbau und Verarbeitung von heimischen Hülsenfrüchten unter https://bad-kissingen.bund-naturschutz.de. Saatgut für Ackerbohnen und Körnererbsen für Gärten gibt es noch unter bn-badkissingen@gmx.de.

 

Leckeres Kochen mit Bohne & Co.

Wir wollen pflanzliches Eiweiß für die menschliche Ernährung wieder stärker schmackhaft machen. Das dient dem Klimaschutz, dem Tierschutz und unserer Gesundheit!
Viele Rezepte sind in Vergessenheit geraten, es gibt aber auch Vieles neu zu entdecken. Dazu sollen ab Herbst oder auch 2021 unsere Kochkurse in Schulen und für die Öffentlichkeit dienen.
Anbei schon ein mal ein paar Kochrezepte unserer Kooperationspartner Cecilia Antoni  von  bean beat und und  von demoneterbo

Wenn wir Hülsenfrüchte verstärkt selbst essen erhöhen wir die heimischen Wertschöpfungsketten und unterstützen die staatlich geförderte Eiweisspflanzenstrategie.

Lupinensaat bei Naturlandberater Werner Vogt-Kauter, Dittlofsroda (01.04.20)

Auf einem Hektar wird bei Naturlandberater Werner Vogt-Kaute in Dittlofsroda Lupine von Landwirt Jan Henninger  angesät.
Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, pflanzliches Eiweiss regional und ökologisch zu erzeugen.

 

Jetzt geht es ans Säen! Es werden noch Gärten und Gärtner gesucht! 31.03.20

Die Vorzüge von Leguminosen wie Bohnen und Erbsen sind über die Jahre in Vergessenheit geraten. Sie bieten leckeres, von der heimischen Landwirtschaft und im eigenen Garten zu produziertes pflanzliches Eiweiß für die menschliche Ernährung an.
Wir möchten mit diesem Umweltbildungsprojekt Alternativen zum Verzehr von tierischem Eiweiß anbieten. Denn auch dadurch helfen wir die Klimaerwärmung zu verringern und werden wieder unabhängiger von globalen Handelskrisen, die es auch im Bereich der Landwirtschaft gibt.

Wir bieten für Gärten kostenfrei Saatgut und Ansaatanleingen für folgende Sorten an:
Ackerbohne Tiffany
Und
grüne Erbse Poseidon
Bitte nehmen Sie umgehend Kontakt zu uns auf unter bn-badkissingen@gmx.de mit der Angabe der benötigten Menge an Saatgut (Größe der Fläche).

Weitere Infos unter

Demonetzwerk Erbse/Bohne: www.demoneterbo.agrarpraxisforschung.de

Food-Blog zu Hülsenfrüchten von Cecilia Antoni: www.beanbeat.de

Auftakttermin bei der Aussaat von Ackerbohnen bei den Naturlandwirten Andreas und Dieter Petsch in Münnerstadt (25.03-2020)

Umweltbildungsprojekt „Das interessiert mich echt die Bohne“ startet durch

Das Feld könnte nicht besser vorbereitet sein. Feinkrümelig liegt der Boden für die Aussaat bereit. Naturlandwirt Andreas Petsch und Geschäftsführer der Steinmühlhof GbR hat mit seinem Vater Dieter Petsch aus Münnerstadt das Saatbeet für 20Hektar Ackerbohnen bereitet. „Vor einer Woche wäre es noch zu feucht gewesen, aber jetzt ist es optimal,“ erklärt Andreas Petsch, „Denn bei den Ackerbohnen ist es wichtig, das Saatgut tief in den Boden zu legen, mindestens 6-8cm.“ weiter

Unser Essen - unser Klima: Es geht weiter! (Januar 2020)

Wir möchten Sie hiermit auf unser vom Bayer. Umweltministerium gefördertes Umweltbildungsprojekt „Unser Essen – unser Klima: Das interessiert mich echt die Bohne“ hinweisen und hoffen, dass Sie sich in der ein oder anderen Weise beteiligen:

Die großen Themen, die uns bewegen: Klimakrise, Schwund der Artenvielfalt und die langfristige Sicherung mit Nahrungsmitteln für alle, werden wir auch 2020 in der Umweltbildung weiter vermitteln.
Folgende Handlungsfelder werden für 2020 in Angriff genommen:

1.      Verbreitung und Ansaat von klimaangepassten Feldfrüchten (Hülsenfrüchte, Hirse) von Naturlandberater und Saatgutvermehrer Werner Vogt-Kaute in Schulgärten, Beratung bei Anlage von Nutzgärten, Mustergärten. Wir möchten den Gartenbesitzern diese Samen zur Verfügung stellen, ihnen Anleitungen zum Anbau geben. Mittelfristig soll sich daraus eine Saatgutbörse und Biomärkte entstehen.

2.      Mulchmaterial verbreiten für nachhaltige Gartengestaltung und Landwirtschaft
Um das durch die vergangenen Umweltbildungsaktivitäten gestärkte Interesse an Selbstversorgung und Permakultur nachhaltig zu entwickeln und zu stärken, bieten wir aus unserem BN-eigenen Landwirtschaftsbetrieb Mulchmaterial von extensiven Wiesen in Ballen für interessierte Privatleute an und organisieren die Verteilung.

3.      Kochen und der Genuss beim Essen können Menschen dazu bewegen, selbstbestimmt und verantwortlich zu leben. Dazu dienen Kochkurse, um die vielleicht unbekannten Produkte aus den Gärten lecker aufzubereiten. Über unkonventionelle Kochkurse mit erfahrenen, externen KöchInnen (wie etwa Bean beat Cecilia Antoni)aber auch bewährten Verfahren mit VertreterInnen der Obst- und Gartenbauvereine mit traditionellen Einmach- und Konservierungsverfahren, ollen wir die Themen Selbstversorgung und das damit verbundene Gefühl der Selbstwirksamkeit umsetzen. Schwerpunkte der Kochkurse werden sein:

-          Vegetarisch

-          Leguminosen als Eiweißersatz

4.    Zur Vernetzung  von Verbraucher mit Erzeugern finden Exkursionen zu (Öko)Landwirten mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt. Hier können extra für Schulklassen Führungen angeboten werden (z.B. Eierproduktion, Direktvermarktung, Streuobst).

 

In allen genannten Bereichen wird eine Zusammenarbeit mit verschiedensten Akteuren angestrebt. Von ehrenamtlichen BN-Aktiven, Gartenbauvereinen, Netzwerkern wie Allianzmanagern von Ökomodellregionen, Multiplikatoren wie LehrerInnen und ErzieherInnen bis zu Berufsschulen.

 

Ansprechpartnerin: Elisabeth Assmann, bn-badkissingen@gmx.de,  09741-9383240,