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Schmetterling des Jahres 2022: Kaisermantel-Argynnis paphia

Der  Kaisermantel, auch Silberstrich genannt, ist zum Schmetterling des Jahres 2022 ernannt worden. Er ist einer der leichter zu bestimmenden Perlmuttfalter. Die Art betreibt sogenannten Geschlechtsdimorphismus. Insbesondere die Männchen sind leicht an ihren Duftschuppenstrichen auf der Vorderflügel-Oberseite zu erkennen. Sie geben über diese Duftschuppen Lockstoffe ab, um damit Weibchen anzulocken. Wenn diese ihrerseits dann Lockstoffe absetzen kann es zur Paarung kommen. Bei den Weibchen fehlen die Striche/Linien und sehen daher wie viele andere Arten der Familie aus. Ein Blick auf die Hinterflügel-Unterseite ist vorteilhaft, da sich die Art (Männchen und Weibchen) sich hier eindeutig bestimmen lässt. Die Weibchen zeigen ab und zu auch Farbvarianten mit dunkelbrauner Färbung. Ganz sicher ist man sich noch nicht, wie diese zustande kommen. Sie treten in manchen, meist wärmeren Jahren häufiger auf. Es gibt selten auch Farbvarianten mit fast weißer Färbung zwischen den schwarzen  Zeichnungselementen.
Die Raupen sind eindeutig bestimmbar. Sie ernähren sich von verschiedenen Veilchenarten. Interessant ist dabei das Eiablageverhalten der Webichen. Sie prüfen, ob es in der Nähe Veilchen gibt, um dann die Eier zwischen Rindenritzen an einem in der Nähe stehenden Baum abzulegen. Die Raupen sind nachtaktiv und ruhen tagsüber versteckt unter Blättern od. ähnlichem in der Nähe ihrer Nahrungspflanzen. Sie besitzen die für viele Edelfalter die typischen verzweigten Dornen auf jedem Segment. Der Kaisermantel ist ein typischer „Waldschmetterling“ und gehört mit seiner Schwesternart Argynnis adippe dem Feurigen Perlmuttfalter zu den größeren und häufigeren Vertreter der Gattung. Beide fliegen gern in lichten Laub- oder Mischwäldern. Sie trifft es besonders, wenn chemische „Pflanzenschutzmaßnahmen“ wie die Bekämpfung vom Schwammspinner durchgeführt werden.

 

Springschwänze

O. Jungklaus

Springschwänze gehören wie die Felsenspringer und Silberfischchen zu den Urinsekten. Es sind also Tiere, die schon sehr lange hier auf der Erde zugegen sind. In Deutschland soll es rund 400 Arten geben, die meist zwischen 1,0 und 6,0 mm groß werden, sehr selten größer. Die meisten besitzen eine sogenannte Sprunggabel, mit der sie sich bei Gefahr durch die Luft schleudern können. Springschwänze sind wichtige Helfer um pflanzliche Reststoffe zu verwerten und wieder zu Nährstoffe für Planzen, insbesondere für Bäume umzuwandeln. Sie stehen am Anfang der Nahrungskette und sind für sehr viele räuberisch lebende Tierarten die Nahrung, die sie brauchen um als Jungtier wachsen zu können. Umso wichtiger ist es, dass im Wald keinerlei Pestizide eingesetzt werden, da die Auswirkungen auf solche Kleinorganismen nicht, bzw. kaum untersucht werden.

Die erste gezeigte Art besitzt keine solche Sprunggabel, da sie meist auf dem Wasser gefunden werden und hier eine Solche nicht so gut einsetzbar ist. Podura aquatica erscheint in manchen Jahren nach der Schneeschmelze in größeren Mengen auf Wasserflächen wie Tümpel, Teichen oder auch nur auf Pfützen:

Beobachtungen eines kröpfenden Turmfalken, O.Jungklaus

Der Turmfalke brütet bei uns gern hoch oben in und an Gebäuden. Manchmal besetzen sie auch Krähennester in Baumkronen. Bestes Unterscheidungsmerkmal ist der graue Kopf des Männchens, während der Kopf des Weibchens in rotbraun gehalten ist. Der Turmfalke ernährt sich hauptsächlich von Kleinsäugern (alle Arten von Mäusen), nimmt aber auch Reptilien und Insekten an. Auch Regenwürmer werden gern genommen. Turmfalken und Mäusebussarde sind bei uns die häufigsten Greifvögel. Hier hatte ich mal die Gelegenheit einen Turmfalken beim Kröpfen einer Feldmaus zu fotografieren. Um die Tiere nicht zu stören, sind die Aufnahmen von hinten.  Letztlich sind dann Bilder aus einer Perspektive entstanden, die dann m.M. nach so viel bessere, nicht alltägliche Ansichten ergaben.

Seltener Panther-Holzwespenbock fühlt sich mitten im Ort wohl (o.Jungklaus)

Dieser seltene Käfer scheint sich auch bei mir direkt am Haus wohl zu fühlen. Xylotrechus pantherinus, der Panther-Holzwespenbock, Rote Liste 1 in Deutschland!
Ich gehe stark davon aus, dass es sich an der Weide, die bei mir im Hof steht entwickelt hat. Diese Weide stirbt im oberen Teil teilweise ab, hat aber noch grüne Teile. Von der Linde  sagt man, dass sie 300 Jahre komme, 300 Jahre stehe und 300 Jahre vergeht. Auf andere Weichhölzer oder Obstbäume übertragen müsste man eventuell eine Null streichen: Ein solcher Baum wächst 30 Jahre, steht 30 Jahre und vergeht 30 Jahre. Das Problem dabei ist, dass bei uns kaum ein Baum „vergehen“ darf. Aus Verkehrssicherheitsgründen  werden so gut wie alle Bäume, sobald sie Anzeichen von Dürreschäden zeigen, bzw. wenn sie keinen Ertrag mehr bringen entfernt/gefällt. Dabei ist gerade die letzte Phase des langsamen Absterben eines Baumes extrem förderlich für die Artenvielfalt. Man sollte solche Bäume öfters auch „vergehen“ lassen - einfach einen neuen Baum daneben pflanzen und den Greis daneben sich selbst überlassen, zumindest überall da wo es machbar ist.

„Neubürger“ Orientalische Mauerwespe (O. Jungklaus)

Es gibt besonders bei den Insekten jede Menge „Neubürger“ bei uns in Deutschland. Einer davon ist Sceliphron curvatum, die Orientalische Mauerwespe. Ursprünglich ist sie in Nordindien, Nepal und Kasachstan beheimatet. Sie wird zwischen 13 - 20 mm groß, wobei die Weibchen kleiner sind als die Männchen. Sie tragen in ihre typischen, selbst gemauerten Röhren Radnetzspinnen und auch andere Spinnen für ihren Nachwuchs ein. Erstmals wurde sie in der Steiermark 1979 in Europa nachgewiesen. Erst seit 2002 gibt es Nachweise auch in Deutschland. Angriffe auf Menschen wurden bisher nicht gemeldet. Gefunden hab ich sie heuer im Frühjahr in Münnerstadt unter Dachziegeln. Hier habe ich einige Brutzellen mit nach Hause genommen. Die Wespen schlüpften einige Wochen später. Anscheinend sind auch schon Parasiten zu Gange, die sich, wenn nicht über die Brut, zumindest über die Bevorratung (oder Beides) hermachen.