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Gebietsbetreuung

Öko-Tipps

Mehlschwalben

In Deutschland leben drei Schwalbenarten, zwei davon brüten im Landkreis KG, nämlich die Rauchschwalben in Einzelnestern in Ställen landwirtschaftlicher Anwesen sowie die Mehlschwalben in Brutkolonien außen an den Häusern unter dem Dachvorsprung. Die dritte Art, Uferschwalben sind bei uns nicht heimisch.
Schwalben sind Zugvögel, sie verbringen den Winter in Afrika und kommen Anfang April zurück. Sie ernähren sich von kleinen Insekten, Fliegen und Mücken, die sie in der Luft fangen, bei Schönwetter hoch am Himmel und bei Schlechtwetter im Jagdflug flach über den Wiesen. Sie machen häufig zwei Jahresbruten, im Nest sind meist drei bis vier Junge. Natürliche Feinde der Schwalben sind Wanderfalke und Baumfalke, die ihnen im Flug am Himmel nachstellen sowie Sperber, die versuchen direkt an den Brutkolonien Beute zu machen, bei unerfahrenen Jungschwalben gelingt das häufig.

Warum sind oft Nisthilfen notwendig?
In unserer gepflegten Kulturlandschaft mangelt es den Schwalben am Nestmaterial, natürlicherweise Lehm.  Feldwege sind befestigt und es fehlen Pfützen.
 

Kotbretter unter den Nestern verhindern Verschmutzung
Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz Bad Kissingen bemüht sich seit Jahrzehnten, diesen nützlichen und geschützten Vögeln beim Nestbau zu helfen und bietet künstliche Nester und auch Kotbretter unter vorhandenen Naturnestern an. Davon wird von der Bevölkerung gerne Gebrauch gemacht. Man kann die Jungenaufzucht aus nächster Nähe am eigenen Haus miterleben.
Der unvermeidliche "Schwalbenschiss" auf dem unter dem Nest liegenden Kotbrett ist tolerierbar und leicht zu entfernen.
Die größte Mehlschwalbenkolonie in der Rhön lebt im Anwesen der Familie Spahn in Windheim bei Hammelburg. Dort ziehen seit vielen Jahren mehr als einhundert Brutpaare in zwei Jahresbruten ihre Jungen auf. Unter dem Dachvorstand einer Scheune sind zahlreiche künstliche Nester aus Holzbeton montiert und die Schwalben haben dieses Angebot noch durch eigene Naturnestern ergänzt. Fernsehen und Tageszeitungen haben darüber berichtet und an naturinterinteressierten Besuchern - Schulklassen, Kindergärten, Vogelfreunde, mangelt es nicht.