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Kuhfladen einmal anders betrachtet

Die Gebietsbetreuerin der Kreisgruppe Bad Kissingen des Bund Naturschutz staunte nicht schlecht über den hohen dreistelligen Betrag, den die Schüler der Klasse R7b der Hans-Elm-Schule in Altengronau ihr überreichten. Die Spendengelder entstammten einer Verkaufsaktion in der Schule, bei der die Schüler in der Pause selbst gebackene Pizzabrötchen und Waffeln verkauften.

“Die Idee zur Spendenaktion entstammt einer Diskussion im Sozialkundeunterricht”, erklärt die Lehrerin Frau Bachmann. “Die Schüler wollten gerne selbst aktiv werden und Geld an eine gemeinnützige Einrichtung in der Region spenden. Die Wahl fiel auf die BN-Kreisgruppe, da diese sich schon seit Jahrzehnten für das Wohl der Tiere und den Schutz der Landschaft einsetzt”, so die Lehrerin.

Da sich die Schüler besonders für die Biber interessierten, war ein Thema für eine Führung als kleines Dankeschön für das außergewöhnliche Engagement schnell gefunden. Die Gebietsbetreuerin Simone Hepp wanderte mit den Schülern entlang des “Biberrundwegs” vom Staatsbad Brückenau nach Eckarts, um dort noch einen kleinen Abstecher auf die beweideten Flächen der Kreisgruppe zu machen. Trotz des neblig kalten Wetters war die Stimmung gut und die interessierten Schüler erfuhren viel Neues über Biber, aber auch über Weideflächen. Im Kreis um einen Kuhfladen versammelt fielen Einigen zum ersten Mal die vielen Löcher darin auf. Diese stammen von Fliegen- und Käferlarven, die den Dung als Nahrungsgrundlage nutzen. Die Gebietsbetreuerin erklärte dazu, dass eine einzige Kuh etwa zehn Tonnen Dung pro Jahr produziert aus dem wiederum etwa 100 Kilo Insekten entspringen. Diese Insekten dienen nun wieder selbst als Nahrungsgrundlage für etwa zehn bis 50 Kilo an Wirbeltieren. “Eine Kuh auf der Weide kann also wertvoll sein für das Überleben von beispielsweise drei Schwarzstörchen, 125 Staren oder 200 Grasfröschen”, erläutert Simone Hepp.

Über die Spende der Schüler freute sich stellvertretend für die Kreisgruppe auch deren erster Vorsitzender Franz Zang: “Es ist wunderbar zu erfahren, mit wie viel Interesse an ihrer eigenen Umwelt die Schüler bei der Sache sind.” Er bedankte sich herzlich für das bemerkenswerte Engagement der Klasse R7b und versprach die Schüler über die Verwendung ihre Spende auf dem Laufenden zu halten. Die Summe soll für Naturschutzprojekte im nächsten Jahr zum Einsatz kommen.