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Boden als Grundlage für Artenvielfalt BN-Exkursion rund um Boden und Natur rund um die Weinberge

Hammelburg, Da staunten sogar eingefleischte Botaniker, was man bei Gestein und Boden im Detail dazulernen kann. Geologe Andreas Happ vom Bund Naturschutz gab Einblicke in die Bodenentwicklung auf Kalk und informierte über Erosion und flachgründige Weinbergsböden wie hier am Ofenthaler Berg, die Rendzina. Schon mit bloßem Auge erkennt man, dass die Humusauflage auf dem Wellenkalk sehr gering ist. Früher hat in der jetzigen Kernzone des Biosphärenreservates Schaf- und Ziegenbeweidung vorgeherrscht.

 

15.10.2021

Mit dem wichtigsten Gerät des Bodenkundlers, dem Spaten, nimmt Happ Bodenproben aus unterschiedlichen Schichten. Weiterhin kann über die sogenannte Fingerprobe die Bodenart erfühlt werden.
Um den Kalkgehalt zu demonstrieren träufelte Happ ein wenig Salzsäure auf das Gestein, das dann zu schäumen begann. Interessant war auch der unterschiedliche pH-Wert, der an dem Gesteinsprofil am ADAC-Platz nach oben hin abnahm. Die Ursache dafür ist, dass der Regen  immer sauer ist (pH 5,2), Kalk ausspült und somit die obere Schicht immer weniger basisch wird. In dem durchgeführten Versuch war der pH-Wert in der oberen Muschelkalkschicht 8,6 und unten 9,2.
„Der Boden hat eine relativ schwache Lobby,“ so der Geologe, „obwohl er sehr wichtig für das Mikroklima ist.“ Der Boden konserviert auch Geschichte und damit meint Happ nicht nur Grabbeilagen und sonstige historischen Funde, sondern auch meteorologische Veränderungen.
Happ ging auch auf das Thema Erosion ein, die es natürlicherweise ab einer Hangneigung von 2% gibt. Verstärkt kann Erosion in der Landnutzung durch durch Bearbeitungsformen und Bewuchs werden.
Die extremen und  humusarmen Standorte bringen eine größere Artenvielfalt hervor als humusreiche Bereiche. Das freut wiederum den Artenkenner und läßt sein Herz höher schlagen.