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EINBLICK IN EINEN NATURGARTEN FASZINIERTE (05.07.26)

Auch nach zweieinhalb Stunden Führung in ihrem Naturgarten in Fuchsstadt hatte Veronika Müller noch lange nicht alles erzählt, was es über ihren Garten mit heimischen, insektenfreundlichen Pflanzen zu berichten gibt. Der Bund Naturschutz hatte im Rahmen seines Umweltbildungsprojektes „Nachtfaltergärten“ zu dieser Besichtigung eingeladen.  Die Besucherinnen und Besucher bekamen viele hilfreiche Tipps, wie man einen Garten in ein Paradies für heimische Pflanzen und Tiere umgestalten kann. Veronika Müller ist als Sprecherin der Regionalgruppe Unterfranken vom NaturGarten e.V. engagiert und zeigte, wie man mit kleinen Schritten mehr Artenvielfalt schaffen kann. 

So ziehen Magerbeete viele verschiedene, spezialisierte Arten an. Wichtig ist ihr, keinen Torf einzubringen, denn das zerstört in der Torfgewinnung wertvolle Naturräume und ist auch überflüssig.

06.08.2026

Ihr großer Garten liegt am Steilhang hinter dem Haus. Dieser musste unter großer Anstrengung abgesichert,  invasive Neophyten entfernt und durch heimische Sträucher ersetzt werden. Dass der Garten teilweise steil ist und am Hang liegt, ist für Spezialisten unter Pflanzen und Insekten kein Nachteil. Gerade die große Abbruchkante ist ein wertvolles Biotop.
Müller steckte viel Herzblut und Planung in ihren Naturgarten und setzt ausschließlich auf heimische Wildformen. Denn nur dadurch kann man die Spezialisten unter den Insekten fördern und unterstützen. Ohne die passende heimische Pflanze würden diese aussterben. So empfiehlt sie in Zukunft als Ersatz für Lavendel, der auch in ihren ersten angelegten Beeten noch wächst, doch eher heimische Alternativen (bspw. Natternkopf (Echium vulgare), Wiesensalbei (Salvia pratensis), Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Pechnelke (Lychnis viscaria)) zu pflanzen. Denn Lavendel bietet zwar für viele Insekten Nektar, aber hat dann für die Raupen keinen Mehrwert mehr. 
In kürzester Zeit, seit Herbst 2024, hat Müller ihre großen Flächen in einen  Naturgarten umgestaltet. Dafür wurde sie schon mit dem 1. Platz bei „Deutschland summt“ ausgezeichnet.  So regt das Spaltenbeet Pflanzen wie Felsenfetthenne, Sonnenröschen und Frühlingsthymian an tiefer zu wurzeln. Diese können dann auch bei extremer Trockenheit überleben. Fugengrün, Gräser im Beet (für Raupen), ein Sumpffass, Trockensteinmauer inspirieren die Besucher. Auch die Frage, wann und wie Magerwiesen zu mähen sind, wurde angesprochen. 

Alle Pflanzen sind beschriftet. Fotos belegen dann auch, welche Insekten an den Pflanzen zu finden sind. Hier durfte Müller schon tolle Sichtungen in ihrem Garten erleben, welche laut der Roten Liste Deutschland als „Stark gefährdet“ oder sogar einmal als „Vom Aussterben bedroht“ eingestuft sind. Die Führung mit Veronika Müller war für die Naturgarteninteressierten sehr inspirierend und motivierend. An einem Austausch mit Gleichgesinnten ist sie auch in Zukunft interessiert.
Der Bund Naturschutz engagiert sich im Rahmen des vom Umweltministerium geförderten Bildungsprojektes „Nachtfaltergärten“ in Schulen, Kitas und über öffentliche Führungen für insektenfreundliche Grünflächen. Hier können von Jedermann auch Salweidenstecklinge, die im Frühjahr eine gute Blühweide für viele Insekten bietet, gegen Spende abgeholt werden.