Quellen im Sinntal – vergessene Lebensräume?

Quellen sind emotional ansprechende und faszinierende Biotope an der Schnittstelle zwischen Grundwasser und Bachoberlauf. Sie beherbergen zahlreiche hochspezialisierte Tiere, in der Rhön u.a. auch die weltweit nur hier (und im Vogelsberg) vorkommende Rhön-Quellschnecke.

Dieser „Sonder-„ Lebensraum mit seinen ganzjährige konstanten, ausgeglichenen Bedingungen wurde auch in unserem Landkreis bisher kaum beachtet, es liegen so gut wie keine Erfassungen vor. Ein effektiver Schutz dieser sensiblen Ökosysteme setzt aber, abgesehen von strengen gesetzlichen Grundlagen, eine umfassende Datenerhebung voraus.

Vor diesem Hintergrund hat die Kreisgruppe im Jahr 2004 mit finanzieller Förderung durch die Sparkassenstiftung Bad Kissingen begonnen, mit einer einheitlichen Methode Quellen im Einzugsgebiet der Sinn zu kartieren. Bis Mitte 2005 konnten durch Eva Reichert-Nelkenstock/Eckarts, zeitweise unterstützt von Uli Floth/Geroda, 150 Quellen erfasst und ausführlich dokumentiert werden (Temperatur, pH, Leitfähigkeit, Vegetation, Tierartenbestand aus Sedimentprobe sowie ergänzenden Käscherfängen über Quellbereich, menschliche Veränderungen, Gefährdungen, Fotodokumentation).

Diese für unsere Region einmalige Kartierung steht in Zusammenhang mit weiteren Kartierungen gleichen Standards im Biosphärenreservat Rhön, welche alle von Stefan Zaenker/Fulda vom Verein hessischer Höhlen- und Karstforscher koordiniert und per EDV (Dateneingabe in eigenes Erfassungsprogramm) unterstützt werden. Herr Zaenker übernimmt auch die Sortierung und Weiterleitung der Tierproben an entsprechende Bestimmungsspezialisten in ganz Europa. E

Ergebnisse sind ausführlich hier dargestellt (PDF, externer Link)

Literaturverzeichnis (externer Link)

Fotos der kartierten Quellen

Weihersbrunnen
Rudolfstollen
Sportplatz Rupboden

Fotos von Uli Floth

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