Tagfalter im Bad Kissingen

Im Landkreis Bad Kissingen wurden bisher 113 Tagfalterarten festgestellt. Dies sind etwa 2/3 aller in Bayern beobachteten Arten. Werden die nur im Alpengebiet vorkommenden Arten ausgeklammert, erhöht sich dieser Anteil auf beachtliche 80 %. Ursache für diesen Artenreichtum auf kleiner Fläche sind die vielen unterschiedlichen Lebensräume, die von den Hochlagen der Rhön über die Wälder und Bachtäler der Südrhön bis hin zu den trockenen und warmen Magerrasen im Saaletal und Grabfeld reichen. Grundlage für die reiche Schmetterlingsfauna sind dabei großflächige, naturnahe und schonend bewirtschaftete Wald- und Wiesengebiete mit einer abwechslungsreichen Pflanzenwelt.

Neben zahlreichen weit verbreiteten Arten, wie Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), Tagpfauenauge (Inachis io), Kleiner Fuchs (Aglais urticae) oder Schachbrettfalter (Melanargia galathea), bietet der Landkreis Bad Kissingen aber auch seltenen, nur an wenigen Stellen in Bayern vorkommenden Arten auch heute noch ihren angestammten Lebensraum. Diese bemerkenswerten Vertreter unter den Tagfaltern beginnen mit einigen nur in Mittelgebirgslagen vorkommenden Arten, wie dem Schwarzen Apollofalter(Parnassius mnemosyne) und dem Weißbindigen Mohrenfalter (Erebia ligea) aus der Hohen Rhön.
In naturnahen, feuchten Laubwäldern finden sich der Große Eisvogel (Limenitis populi), der Kleine Eisvogel (Limenitis camilla), der Große Schillerfalter (Apatura iris) und der Kleine Schillerfalter(Apatura ilia). Die Feuchtwiesen und Bachtäler der Südrhön beherbergen an bemerkenswerten Arten unter anderem den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous) und den Braunfleckigen Perlmutterfalter (Clossiana selene). Besonders artenreich sind die trockenwarmen Magerrasen und Gebüsche im Süden und Osten des Landkreises. Hier leben Segelfalter (Iphiclides podalirius), Berghexe (Chazara briseis), Ehrenpreis-Scheckenfalter (Mellicta aurelia), Roter Scheckenfalter (Melitaea didyma), Zahnflügel-Bläuling (Meleageria daphnis) und Weißdolch-Bläuling (Agrodiaetus damon). Die angrenzenden lichten Kiefernwälder beherbergen den Graubindigen Mohrenfalter (Erebia aethiops) und den Ockerbindigen Samtfalter (Hipparchia semele).

Leider sind aber auch in unserer Region mit vergleichsweise gut erhaltenen Biotopen bereits einige Arten ausgestorben. So wurden vom Großen Waldportier (Hipparchia fagi), Weißen Waldportier (Brintesia circe), Gelbringfalter (Lopinga achine) und Eschen-Scheckenfalter (Euphydryas maturna) in den letzten Jahren keine Tiere mehr beobachtet.

Wolfgang Seufert

Arten-Steckbriefe

Kleiner Fuchs
(Aglais urticae)
Kleiner Schillerfalter
(Apatura ilia)
Landkärtchen
(Araschnia levana)
Mauerfuchs (Lasiommata megera)
Roter Scheckenfalter (Melitea didyma)
Schachbrettfalter (Melanargia galathea)
Schwalbenschwanz
(Papilio machaon)
Schornsteinfeger
(Aphantopus hyperantus)
Tagpfauenauge
(Inachis io)
Zitronenfalter
(Gonepteryx rhamni)
   


Abenteuer Faltertage

Helfen Sie mit, näheres über die bundesweite Bestandsentwickung sieben auffälliger Tagfalter herauszufinden:
Gesucht werden Schwalbenschwanz, Admiral, Tagpfauenauge, Zitronenfalter, Distelfalter, Kleiner Fuchs und Aurorafalter. Die Abbildungen auf dem Bestimmungsblatt helfen beim Ansprechen der Arten.
   

Mehr Informationen sowie Bestimmungsblatt/Fragebogen und die Ergebnisse des letzten Jahres finden sie hier (externer Link)


Tagfalter-Monitoring

Ein weiteres deutschlandweites Monitoring Projekt zielt auf detailiertere Informationen über weitere Schmetterlingsarten ab. Einmal wöchentlich soll jeweils die gleiche kurze Strecke ("Transekt") abgegangen werden; dabei sollen alle Falter die unterwegs gesehen werden, möglichst genau erfasst werden. Bei der Auswahl eines Transekts hilft ihnen die Kreisgruppe
(Tel. 09741-93 87 58; bn-badkissingen@gmx.de)

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