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Es geht wieder los: Amphibienwanderung in Bayern (4.3.21)

Milde Temperaturen, Regenfälle und kaum Bodenfrost lassen die ersten Kröten, Frösche und Molche auf Wanderschaft gehen. Ehrenamtliche vom BUND Naturschutz retten allein in Bayern jährlich über eine halbe Million Amphibien vor dem Straßentod. Auch im Landkreis Bad Kissingen werden wieder Amphibienzäune an Straßen aufgebaut. Ohne dieses Engagement wären schon viele Populationen der bedrohten Tiere ausgestorben. Jeder kann mitmachen und Lurche retten. Helfende Hände heißt der BUND Naturschutz stets willkommen und appelliert gleichzeitig an die Autofahrer, jetzt besonders rücksichtsvoll zu fahren.

 

Ab einer nächtlichen Temperatur von circa 5 ° C und besonders bei regnerischem Wetter wandern die fortpflanzungsbereiten Kröten, Frösche und Molche zu ihren Laichgewässern. Dort finden Balz, Paarung und Eiablage statt. „Grasfrosch und Erdkröte sind sehr früh im Jahr unterwegs. Sie wandern zuerst. Teich- und Seefrosch marschieren etwas später los. Und dazu kommen noch andere Amphibienarten. Ganz genau lässt sich das aber nicht vorhersagen, denn auch Frost und Trockenheit können die Wanderung mehrmals unterbrechen.“, erklärt Friedrich Mährlein von der Kreisgruppe Bad Kissingen. Doch der Weg vom Winterquartier zu den Laichgewässern ist gefährlich. Oft müssen die Amphibien Straßen überqueren und laufen dabei Gefahr, massenhaft überfahren zu werden. Gerade im direkten Umfeld der Laichgewässer kann die Anzahl überfahrener Tieren so groß werden, dass die Existenz ganzer Populationen auf dem Spiel steht.

 

„Freunde der Frösche - größte Artenschutzaktion in Bayern

Um die Amphibien vor dem Straßentod zu schützen, helfen insgesamt 6.000 Freiwillige und retten jährlich bis zu 700.000 Amphibien. Dort, wo sichere Durchgänge fehlen, werden Schutzzäune an Straßen aufgebaut. Kröten, Frösche und Molche wandern vorwiegend dicht am Zaun entlang und fallen dann in die Fangeimer, die in regelmäßigen Abständen ebenerdig im Boden versenkt sind. „Die Amphibienretter leeren mehrmals täglich die Eimer, notieren die gefundenen Tierarten sowie deren Anzahl, und tragen die Lurche anschließend über die Straße. Dadurch können die Daten gut mit denen des Vorjahres verglichen werden“, begründet Elisabeth Assmann. Über die Jahre hinweg wird so deutlich: Die Tiere haben es regional schwer, stabile Populationen aufzubauen. „Frühere Allerweltsarten, wie der Grasfrosch, werden immer weniger und andere Arten wie die Gelbbauchunke, verschwinden gebietsweise ganz“, bedauert Franz Zang., „Bei manchen Strecken wie etwa bei Westheim überlegen wir schon, ob überhaupt noch ein Zaun aufgestellt werden soll, da dort  die Zahl der Amphibien extrem zurückgegangen ist.“
Deshalb ist jede Hilfe wichtig. Wer die größte Artenschutzaktion auch im Landkreis Bad Kissingen unterstützen will, wendet sich an die lokale Kontaktadresse. Mehr Infos hierzu unter: Amphibien-Retter werden – BUND Naturschutz in Bayern e.V. (bund-naturschutz.de)

 

Der BUND Naturschutz appelliert an die Autofahrer

 

  • Der BN bittet alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme.

-      Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den

       Amphibienzäunen.

  • Achten Sie auf die Helfer an den Amphibienzäunen, die am Straßenrand Tiere einsammeln.
  • Reduzieren Sie Ihr Fahrtempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind.
  • Haben Sie eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren werden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Melden Sie sich bitte bei uns:  bn-badkissingen@gmx.de
  • Die Bedingungen für die Wanderung der Amphibien zu ihren Laichplätzen waren in den vergangenen Jahren nicht ideal. Die Klimaerwärmung trifft Tiere, die auf Wasser und Feuchtigkeit angewiesen sind als erstes und am schlimmsten. Dort wo Amphibienschutzzäune aufgestellt wurden, wie etwa in Weissenbach, Waizenbach, bei Premich, bei Langendorf oder an der Staatsstraße von Hammelburg nach Westheim sind durchgehend die Zahl der erfassten Amphibien rückläufig. Neben der zunehmenden Trockenheit und dem Rückgang der natürlichen Lebensräume für Frösche, Molche und Kröten ist der steigende Autoverkehr der größte Feind der Amphibien auf ihren Laichwanderungen.
  •  

An über 20 Wanderwegen im Landkreis Bad Kissingen retten ehrenamtliche Helfer des Bundes Naturschutz (BN) in diesen Tagen zahlreiche Frösche, Kröten und Molche vor dem Verkehrstod.
Im Landkreis Bad Kissingen queren Amphibien vor allem folgende Straßen:

 

Straße

Örtlichkeit

B 27

beiderseits des Feuerbachmoors

B 27

Hainbuche/Obereschenbacher Teiche

B 286

KG-Seehof, Müttergenesungsheim

B 287

Nüdlingen, Teich Ortsrand Ost

St 2267

Teiche Premichtal

St 2281

Poppenlauer-Maßbach „Mühlen“

St 2289

Oberbach – Grube Maria/Wildflecken

St 2290

Klärteiche Wittershausen

St 2293

Waizenbacher Teiche am Waldrand

St 2294

Waldrand zw. Gauaschach/Büchold

St 2431

Einraffshof - Ortsrand nach Schondra

St 2445

Schwarze Pfütze

St 2792

Gaststätte Klaushof - Ilgenwiese

KG2

Maria Bildhausen-Löhricht, zum Golfplatz

KG11

Maria Bildhausen-Abzw. Rindhof

KG12

Teiche Hammelburg-Westheim

KG 15

Teiche vor Frauenroth

KG20

Bad Bocklet-Burghausen

KG 27

Teich Ortsrand Völkersleier

KG 27

Heiligkreuz – Ortsmitte

KG 31

Teiche Weißenbach-Ortsmitte

KG 42

Langendorf-Gressthal

Ortsverbindungsstr.

Nüdlingen-Hausen

Ortsverbindungsstr.

Modlos- Weissenbach

Ortsverbindungsstr.

Hammelburg-Seeshof

 

Berghaus Rhön, Richtung Riedenberg

B27

Obereschenbach/Hainbuche

B27

Neuwirtshaus, Richtung Brückenau, Höhe Feuerbachmoor

 

Bad Bocklet-Windheim, Teich am Waldrand

B19 - St2445

Schwarze Pfütze

 

Für Rückfragen vor Ort steht Ihnen zur Verfügung: Herr Ulf Zeidler von der BN-Kreisgruppe telefonisch unter 0160-5062177 oder unter bn-badkissingen@gmx.dezur Verfügung.